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Was wir wissen:
742: Nach der Gründung des Bistums Würzburg kommt der energische Missionar Wynfreth Bonifatius auf seiner Reise nach Thüringen durch Rekkenze und gründet dort mit christlichen
westfälischen Rittern aus Paderborn die Burg Hofstein an der Saale. Wegen seiner Schwierigkeiten mit dem örtlichen Dialekt bekehrt er kurzerhand einige Einheimische, die ein paar Brocken Friesisch konnten und setzte
sie als Missionare ein.
745: Der Herzog von Westfalen heiratet Jungfrau Ulrike, das einzige Kind des Fürsten von und zu Possegk. Er erhält das Fürstentum als Brautbeigabe und nennt sich
seitdem auch Herzog von und zu Possegk.
1020: Papst Benedikt VIII, der am 14. Februar 1014 Heinrich und Kunigunde die Kaiserkrone verlieh, besucht die beiden zu Ostern in Bamberg. Spontan
beschließt Heinrich, dem Papst seine Lieblingsgründung Rekkenze und Burg Hofstein zu zeigen, um dem Pontifex zu demonstrieren, mit welch unermüdlichem Eifer er und sein getreuer Fürst die Festigung des christlichen
Glaubens gen Osten hin betreiben. Der Papst ist begeistert von der bestens organisierten kirchlichen Struktur in Rekkenze und übernachtet mit dem Kaiserpaar standesgemäß als Gast des Herzogs von Westfalen und
Possegk auf Burg Hofstein.
1046: wird der Bamberger Bischof Suitger zum Papst gewählt. Er nennt sich Clemens II und stirbt bereits ein Jahr später, jedoch nicht ohne zuvor die von ihm so
geliebte Burg Hofstein und die Keimzelle des wahren Glaubens an der Rekkenze besucht und beehrt zu haben.
1161: Auf ihrer ersten Predigtreise, die Hildegard von Bingen auch nach Bamberg geführt
hat, weil der dortige Bischof Eberhard unbedingt Nachhilfe im Fach Dreifaltigkeitstheologie brauchte, kam die wortgewaltige Predigerin auch ins ferne Rekkenze, um dortselbst von der papsttreuen Burg Hofstein aus
persönlich gegen die bogomilische Ketzerei vorzugehen. Dabei sparte sie auch nicht mit Kritik an der örtlichen Geistlichkeit, denen sie vorwarf: „Mit eurem leeren Getue verscheucht ihr
bestenfalls im Sommer einige Fliegen“. Die Heilige führte den beklagenswerten Zulauf zu den Ketzern in erster Linie auf die unzulängliche Fähigkeit des Klerus, spannende und inhaltsreiche Predigten zu halten,
sowie deren durchaus liederlichen und possenreißerischen Lebenswandel zurück.
1225: Kaiser Friedrich II. vom heiligen römischen Reich deutscher Nation besucht bei seiner Rückkehr aus
Italien mit einem großen Tross von Rittern, Händlern und Minnesängern (u.a. Walther von der Vogelweide) auf Burg Hofstein den Herzog von Possegk und Westfalen, der ihn lange Zeit begleitet hatte und von ihm
dabei das Herzogtum von Andechs-Meranien erhielt. Bei diesem Treffen wird der Bau der „Neustadt“ Hof beschlossen.
Seitdem war Burg Hofstein ein heimliches „Liebesnest“ der
lebensfrohen und friedlich eingestellten Fürsten von Possegk und Westfalen, Herzöge von Andechs-Meranien, dann der Burggrafen zu Nürnberg, später wieder der Herzöge von Westfalen für ihre zahlreichen Mätressen.
Die befestigte Stadt Hof wurde gegründet als eine Art Wohngemeinschaft der die Burg, die Handelsstraße und ihre Umgebung schützenden und versorgenden Ritter und Händler.
1248
stirbt die Hofer Linie Andechs-Meranien angeblich aus. Tatsache ist, dass die Familie die Primogenitur maskulin vorschrieb. Der amtierende Fürst hatte drei Töchter, von denen die älteste wiederum den in Dortmund regierenden Herzog von Westfalen und Lippe heiratete.
1373 Burggraf Friedrich V. von Nürnberg kauft Hof und das Regnitzland. (von wem?)
1393 Burggraf Friedrich V. wird Lehensherr der Pfarre zum Regnitzhof
1395
konfrontiert der nachhaltig erstarkte Herzog von Westfalen und Lippe, auf doppelte Weise direkter Nachkomme der Fürsten von und zu Possegk und der Andechs-Meranier, den Burggrafen Friedrich V. von
Nürnberg mit der Alternative: „Kämpfe oder spiel um Eigentum und Lehen über Rekkenze einschließlich Stadt und Burg Hofstein.“ Man einigte sich auf das Spiel, um die wunderschöne Burg mit ihrem in ganz Europa als
einzigartig bekannten Park nicht zu zerstören. Der Burggraf von Nürnberg verlor und zog grollend ab.
Hof wird Mitglied des „Rheinischer Bundes“, einem Handelsbund mit Dortmund im Zentrum.
Dortmund gehörte gleichzeitig auch dem nördlichen „Hanse“-Bund an.
1523 oder 1528
(unleserliche, verschmutzte Urkunde) besucht Martin Luther seinen Freund und Schüler Nicolaus Medler in seiner Wirkungsstätte in Hof. Er verweilt ein paar Tage auf Burg Hofstein.
1553
dient die Burg zur Unterkunft der westfälischen Truppen im markgräfler Krieg. Es gelingt den zur Hilfe gerufenen westfälischen Rittern, die Belagerung der Stadt zu brechen und die Bewohner zu befreien.
1648
feiert der Herzog von Westfalen mit dem europäische Hochadel wochenlang auf Burg Hofstein das Ende des 30-jährigen Krieges, herbeigeführt und besiegelt im „westfälischen Frieden“ zu Münster.
ca. 1730
hat Wilhelmine, die Schwester Friedrichs des Großen eine Affäre in Prag mit dem Herzog von Westfalen und zieht, nachdem sie gesehen hatte, dass es für den Herzog auf der Burg Hofstein noch andere Frauen gab, daraufhin voll Eifersucht und Rachepläne für eine Zeit in das Hofer Stadtschloß, was eigentlich nur militärischen Festungscharakter hat. Sie schreibt an ihren Bruder: “Ein höfisches Leben findet hier nicht statt.“, zieht nach Bayreuth weiter und heiratet dort 1731 den Markgrafen Friedrich,.
Aus Frust und Ärger über den Herzog lässt sie sein Hofer Stadtschloß 1743 abbrennen.
Daraus ergibt sich ein jahrzehnte währender emotional geladener Zwist zwischen den Preußen und den Westfalen. Westfalen
stellt sich in den Kriegen des großen Preußen demonstrativ und hilfreich an die Seite von Friedrich und kann so seine Stellung im östlichen Hof weiterhin halten
ca. 1780
versucht Karl III., Burggraf von Nürnberg, den Zwist für sich zu nutzen. Mit Intrigen und Hinterlist will er Rekkenze wieder an Nürnberg anschließen und in seinen Besitz bringen. Im Zentrum seiner Begierden sind Park und Burg Hofstein, mittlerweile in Prag, Moskau, London, Paris und anderen europäischen Fürstenhöfen als „der fröhliche Stein“ bekannt. Mehrmals verleumdet er den Herzog bei den Preußen.
1792 wird Burg Hofstein und die Stadt Hof schließlich von den Preußen besetzt. Karl von Nürnberg war mit seiner Beharrlichkeit soweit erfolgreich, allerdings ohne eigenen Profit oder sein
eigentliches Ziel erreicht zu haben. Burgherrin Therese rettet den Bestand von Burg und Park Hofstein vor der Zerstörung, indem sie fortan nicht nur mit dem Herzog von Westfalen, sondern auch mit dem preußischen
Fürsten ein intimes Liebes-(Mätressen)-Verhältnis eingeht.
1806
nutzt der alternde und schwache, aber immer noch beharrliche Burggraf Karl III. von Nürnberg den Durchzug der französischen Truppen auf seine Art. Er bringt Napoleon dazu, mit Karls Unterstützung die Preußen und
die Westfalen zu vertreiben und ihn, Karl III. als neuen Herrn in Hof einzusetzen. Die Burg Hofstein, genannt „Zum fröhlichen Stein“ wird dabei zerstört. Nur ein Kernstück der ehemals fast 2 ha großen Burg-Anlage
bleibt stehen. Verschollen seit jenen Tagen ist das an allen Fürstenhöfen berühmte „Alabasterbett“ des Herzogs, welches aus einem Stück des feinsten weißen Carrara-Marmors in Italien handgefertigt und bei der
Reise Friedrichs II. 1225 von sechs Elefanten über die Alpen nach Hof getragen wurde. Und wieder hat Karl III. sein eigentliches Ziel nicht erreicht, denn die Herren im Land waren nun die Franzosen, denen
Therese mit ihrem unerreichbaren Charme eine „Notunterkunft“ abtrotzte, den Urbau des heutigen „Theresienstein“. Später wird auch der Park „Theresienstein“ genannt, in Erinnerung an eine ungewöhnliche und
einflussreiche Frau der Regionalgeschichte.
1810
endlich sind Karl III. von Nürnberg und Hof die Franzosen endlich wieder los. Ohne Zustimmung des Familienrates hat er dafür Nürnberg, Franken und zugehörige Lehen dem bayerischen König unterworfen, um seine Stellung in Hof wahren zu können. Seitdem gehört Franken und die Hofer Region zu Bayern.
“Der fröhliche Stein“ war verloren, das höfische Leben dahin......... Die Burgruine Hofstein verfiel zusehends........... Die Bürgerschaft in der Stadt wurde von Karl III. arg geschunden:
Eisenbahnbau, Industriegründungen, Manufakturen bescherten ihm einen Reichtum, von dem die Bürger nichts hatten. So war es schlüssig, dass die oberen Schichten der Hofer Bürgerschaft heimlich Boten aussandten an
den Herzog von Westfalen, er möge sie wieder befreien, wie im markgräfler Krieg anno 1553. (siehe oben) Aber die Zeiten hatten sich und das Land verändert. Die Bayernkönige waren mächtig wie nie zuvor.
ca. 1845
begann der Herzog von Westfalen, quasi als geheimes Treue- und Loyalitäts- Signal an die Stadt, gemeinsam mit dem Fürstbischof von Bamberg den Bau der Marienkirche an der Stelle, wo früher seine Herberge
für die frommen durchreisenden Pilger, der „Pilgrimshof“, stand.
1871
erst kann der Herzog von Westfalen, begünstigt durch die Gründung des II. Deutschen Reiches, es wagen, seiner geliebten Stadt Hof weiteren Beistand zu leisten. Er selbst verweilt in der (bis 1903) freien
westfälischen Reichsstadt Dortmund und bewirkt von dort aus verdeckt die Gründung des Hofer „Verschönerungsvereins“. Gemeinsam mit Ludwig von Bayern plant er die Erweiterung der Stadt Hof (Gründerviertel,
Saalepark) und den Bau eines neuen, repräsentativen Bahnhofs. Die Sicherung der Burgruine Hofstein wird beschlossen.
ca 1890 erwirbt der Verschönerungsverein das Gelände und die
Burgruine Hofstein und beginnt mit ersten Sicherungsmaßnahmen.
1899
Im Juni treffen sich Ludwig von Bayern und der Herzog von Westfalen erstmals auf der Burg Hofstein und besichtigen den Fortgang der Arbeiten. Das Treffen ist bis heute streng geheim gehalten worden. Eine steinerne Gedächtnistafel in der Burgwand erinnert denn auch wegen der damaligen labilen politischen Situation auf Verlangen der Herrschaft ausschließlich an die Anwesenheit Ludwigs.
ca. 1914 werden die Restaurationsarbeiten an der Burg Hofstein eingestellt. Der 1. Weltkrieg bricht aus, dann Rezession, Weltkrieg II.
1945
Hof verbleibt durch Intervention mit Westfalen im westlichen Bündnis.
1996 erscheint der Herzog von Westfalen nach langer Zeit erstmalig wieder in der Region.
1998
nimmt der Herzog Quartier in seiner ehemaligen Feste Posseck östlich von Hof.
2004 erhält der Herzog von Westfalen von der Baronin von Künsberg/Waldenfels seine alte Burg
Schnarchenreuth im Hofer Norden zurück. Im gleichen Jahr eröffnet das „herzogliche Hofkultur-Amt“ in der Karolinenstraße in Hof.
2005 gewinnt er das Schloßviertel und dann die
historische „Neustadt“ von Hof mit großem Verhandlungsgeschick zurück. Erste Planungen zur Rekonstruierung des abgebrannten Stadtschlosses beginnen. Burg Hofstein aber, so wird beschlossen, soll Ruine bleiben
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Herzogliches Hofkultur-Amt Karolinenstraße 32 95028 Hof an der Saale Tel.:09281-508917
P.S. Die Erforschung der Geschichte
der Burg Hofstein ist noch nicht abgeschlossen. Dieser Bericht kann nur als Zwischenergebnis gewertet werden. Selbstverständlich werden wir alle weiteren Erkenntnisse den interessierten Mitbürgerinnen und Mitbürgern
unserer geliebten Stadt auch in Zukunft offen legen. Wir bitten um Verständnis, daß der Zutritt zum herzoglichen Privat-Archiv nur den Fachleuten und Geschichtsforschern gestattet werden kann.
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